Warum Teams das Vertrauen in Führung verlieren

Warum Teams Vertrauen in Führung verlieren – und wie klare Führung Vertrauen stärkt.
Beitrag von
Lorelle Dehnhard
24.08.2026
•
5
min Lesezeit
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eine frau steht und trinkt kaffee

Inhaltsverzeichnis

Vertrauen gehört zu den meistgenannten Erfolgsfaktoren in Organisationen.

In Leitbildern, Strategiepapieren und Führungskräftetrainings taucht es immer wieder auf.

Doch im Arbeitsalltag zeigt sich häufig ein anderes Bild.

Teams arbeiten vorsichtiger.

Informationen werden zurückgehalten.

Entscheidungen werden hinterfragt.

Das Problem ist selten ein einzelnes Ereignis.

Vertrauen geht in Organisationen meist nicht plötzlich verloren – sondern schleichend.

Und oft ohne dass Führungskräfte es sofort bemerken.

Vertrauen entsteht im Alltag

Viele Führungskräfte glauben, Vertrauen entstehe durch gute Absichten oder persönliche Sympathie.

Tatsächlich entsteht Vertrauen durch etwas anderes: verlässliches Verhalten über Zeit.

Teams beobachten sehr genau:

  • Wie Entscheidungen getroffen werden
  • Wie mit Fehlern umgegangen wird
  • Wie Konflikte moderiert werden
  • Wie transparent Informationen geteilt werden

Dabei spielen oft kleine Situationen eine größere Rolle als strategische Ankündigungen.

Ein Team merkt sehr schnell, ob Führung orientiert oder verunsichert.

Drei typische Gründe, warum Teams Vertrauen verlieren

Im Coaching zeigt sich immer wieder, dass Vertrauen selten aus großen Krisen heraus bricht.

Meist sind es wiederkehrende Muster im Führungsverhalten.

1. Unklare Entscheidungen

Wenn Entscheidungen lange offen bleiben oder häufig geändert werden, entsteht Unsicherheit.

Mitarbeitende fragen sich:

  • Woran orientieren wir uns eigentlich?
  • Welche Prioritäten gelten wirklich?
  • Wer trägt Verantwortung?

Unklare Führung erzeugt selten offene Kritik.

Häufiger entsteht etwas anderes: Rückzug.

Teams beginnen, eigene Entscheidungen zu treffen oder warten ab, statt Verantwortung zu übernehmen.

2. Konflikte werden vermieden

Konflikte gehören zu jeder Organisation.

Doch viele Führungskräfte versuchen, Spannungen möglichst schnell zu beruhigen oder zu umgehen.

Kurzfristig wirkt das harmonisch.

Langfristig entsteht jedoch ein anderes Signal:

Probleme bleiben unausgesprochen.

Mitarbeitende erleben dann, dass schwierige Themen nicht geklärt werden.

Das führt dazu, dass Konflikte unter der Oberfläche weiter wirken.

Vertrauen entsteht jedoch genau dort, wo auch schwierige Gespräche möglich sind.

3. Fachliche Stärke ersetzt keine Führung

Ein häufiger Übergang im Berufsleben ist der Schritt von der Fachkraft zur Führungskraft.

Menschen werden befördert, weil sie fachlich stark sind.

Doch Führung verlangt andere Fähigkeiten:

  • Kommunikation
  • Orientierung geben
  • Entscheidungen moderieren
  • Verantwortung verteilen

Wenn Führungskräfte weiterhin primär als Experten agieren, entsteht oft ein Muster:

Sie lösen Probleme selbst – statt das Team zu führen.

Das Team bleibt dadurch unter seinen Möglichkeiten.

Was Teams wirklich brauchen

Viele Organisationen investieren in Prozesse, Tools oder neue Strategien.

Doch Vertrauen entsteht nicht durch Systeme.

Es entsteht durch Führung, die Orientierung gibt.

Drei Faktoren sind dabei besonders entscheidend.

Klarheit

Teams brauchen klare Antworten auf grundlegende Fragen:

  • Woran arbeiten wir wirklich?
  • Was hat Priorität?
  • Wer entscheidet?

Klarheit reduziert Unsicherheit und schafft Handlungsspielraum.

Konsequenz

Vertrauen entsteht, wenn Führung berechenbar wird.

Wenn Worte und Handlungen übereinstimmen.

Wenn Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.

Konsequenz bedeutet nicht Härte.

Sondern Verlässlichkeit.

Kommunikation

Viele Konflikte im Unternehmen entstehen nicht durch unterschiedliche Interessen.

Sondern durch fehlende oder unklare Kommunikation.

Gute Führung bedeutet deshalb auch:

  • Gespräche frühzeitig führen
  • Erwartungen klar formulieren
  • Feedback geben und annehmen

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Führung ist immer sichtbar

Ein wichtiger Punkt wird in Organisationen häufig unterschätzt:

Führung wirkt ständig.

Nicht nur in großen Meetings oder strategischen Entscheidungen, sondern in kleinen Momenten.

Zum Beispiel:

  • Wie eine Führungskraft auf Kritik reagiert
  • Wie sie mit Fehlern umgeht
  • Wie sie zuhört
  • Wie sie Prioritäten erklärt

Teams orientieren sich daran.

Oft stärker als an offiziellen Richtlinien.

Vertrauen lässt sich wieder aufbauen

Die gute Nachricht: Vertrauen ist kein statischer Zustand.

Auch wenn es verloren gegangen ist, kann es wieder entstehen.

Allerdings nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch verändertes Verhalten über Zeit.

Dazu gehören:

  • klare Entscheidungen
  • offene Kommunikation
  • die Bereitschaft, schwierige Themen anzusprechen

Gerade in Veränderungsphasen zeigt sich, wie stabil Führung wirklich ist.

Fazit: Vertrauen entsteht nicht durch Sympathie

Viele Menschen verbinden Vertrauen mit persönlicher Nähe.

Im Arbeitskontext entsteht Vertrauen jedoch vor allem durch etwas anderes:

Orientierung.

Teams vertrauen Führungskräften, die:

  • klar kommunizieren
  • Entscheidungen treffen
  • Verantwortung übernehmen

Vertrauen ist deshalb weniger eine Frage der Persönlichkeit.

Sondern eine Frage von Führungskompetenz.

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Portrait von Lorelle Dehnhard, Coach für Führungskräfte
Lorelle Dehnhard
Executive Coach ICF PCC
Coach für The Work (vtw)

Über die Autorin

Lorelle Dehnhard coacht Fach und Führungskräfte, seit über zehn Jahren. Sie hat die ICF PCC Zertifizierung und arbeitet sowohl im Auftrag von Unternehmen als auch direkt mit Einzelpersonen.

Bei Unternehmen und HR geht es meist um Führungsentwicklung und darum, Rollen zu schärfen. Einzelne kommen vor einem Wechsel oder wenn die jetzige Position nicht mehr passt.

Ausgebildet in der Korn Ferry Leadership Solution, Coach für The Work (VTW), Stressmanagement Trainerin mit Präventionskonzept nach §20 SGB V.

Im Mittelpunkt steht die konkrete Situation: Was beschäftigt Sie gerade? Was möchten Sie verändern? Welche Möglichkeiten haben Sie?